Infos zu Komponisten und Werke

Wolfgang Amadeus Mozart (1756 - 1791)
Quelle: Kirchenmusik in Benediktbeuern


wurde am 27. Jänner 1756 in Salzburg geboren und starb am 5. Dezember 1791 in Wien.
1761 schrieb er seine erste Komposition (Menuett und Trio für Klavier). 1762 bei einer Reise nach Wien wurde Mozart von der Kaiserin Maria Theresia empfangen. 1769-1772 3 Italien-reisen; Mozart wurde in Bologna nach einer Kontrapunktprüfung Mitglied der 'Academia dei Filarmonici'. 1777 Reise nach Paris (mit der Mutter, welche in Paris starb). 1779 Hoforganist in Salzburg - 1781 ließ er sich in Wien nieder wo er 1782 Constanze Weber heiratete.
Joseph Haydn 1783 über Mozart: 'Mich zürnet es, daß dieser einzige Mozart noch nicht bei einem kaiserlichen oder königlichen Hofe engagiert ist.'

Missa brevis in C-Dur 'Spatzenmesse' KV 220
Nach einer Tagebuchnotiz von Joachim Ferdinand von Schiedenhofen wurde am Ostersonntag, dem 7. April 1776 im Salzburger Dom "das neue Amt vom jungen Mozart" aufgeführt und es spricht einiges dafür, das es sich dabei um KV 220 handelte. Mozart hatte in der Entstehungszeit der Messe seit Kurzem eine feste Anstellung beim Erzbischof von Salzburg, Hieronimus Graf Colloredo. Dessen Vorstellungen von Kirchenmusik waren eindeutig. Sie hatte vor allem eines zu sein: brevis - kurz. Die Dauer einer Messe (wohlgemerkt einer kompletten liturgischen Messe, nicht nur dem musikalisch gestaltetem Ordinarium!) mit allen ihren Teilen durfte im Normalfall eine dreiviertel Stunde nicht überschreiten. Bei der gebotenen Kürze ergab sich der Verzicht auf ausufernde Arien oder ebensolche Fugen eigentlich von selbst. Außerdem sollte der festliche Charakter der Messen durch Verwendung von Pauken, Trompeten und Posaunen erhalten bleiben. Da die Messe KV 220 das erste Werk Mozarts war, das diesen Auflagen entsprach, geht man heute davon aus, das sie im Laufe des Jahres 1775 oder Anfang 1776 entstanden ist.
Alfred Einstein bezeichnete diese Messe als Mozarts schwächstes kirchenmusikalisches Werk, was ihrer großen Beliebtheit aber keinerlei Abbruch tut. Diese Beliebtheit resultiert vermutlich aus einer eingängigen, nahezu volkstümlichen Melodik, die Einstein als "allzu salzburgerisch" verurteilte. Die Bezeichnung "Spatzenmesse" entstand im 19. Jahrhundert aufgrund der lautmalerischen Begleitfigur der Violinen in Takt 8 und 10 des Sanctus, die wie das Tschilpen von Spatzen klingt. An anderen Stellen im Sanctus und vor dem Hosanna im Benediktus wird dieses Motiv noch mehrfach wiederholt. Das "dona nobis pacem" in den Takten 51 bis 53 des Agnus Dei, das im übrigen erstmals bei Mozarts Messen wieder die Thematik des Kyrie aufgreift, hat der Komponist drei Jahre später unverändert in das Agnus Dei der „Krönungsmesse“ (KV 317) übernommen.



Anton Bruckner (1824 - 1896)
Quelle: komponisten.at

war einer der größten Meister der Symphonie und wurde am 4. September 1824 in Ansfelden (OÖ) geboren und starb am 11. Oktober 1896 in Wien. Ersten Unterricht in Violine, Orgel und Gesang erhielt Bruckner von seinen Vater und später wurde er wie sein Vater Volksschullehrer. Von 1856-86 war er Domorganist in Linz. 1857-61 erhielt er musik-theoretischen Unterricht bei S. Sechter in Wien. Erst mit 40 Jahren beginnt Bruckner sich der symphonischen Komposition zu widmen. Ab 1868 war er Orgel und Theorielehrer am Wiener Konservatorium und 1876 wird er Lektor für Musiktheorie an der Wiener Universität.

Bruckner schrieb als "Lehrergehilfe" eine "Choralmesse" für vierstimmigen Chor a cappella. Da diese für den Gründonnerstag gedacht war, fehlten derselben das ganze "Kyrie" und "Gloria" sowie der größte Teil des "Credo". Da die Vokalsätze Bruckners trotz lhrer Einfachheit viel Innerlichkeit und Wärme, Andacht und Innigkeit aufweisen, lohnte sich vielleicht die Mühe, die fehlenden Messeteile aus den bestehenden und den Proprieneinlagen zu ergänzen, um speziell den vielen kleinen Chören, welchen selbst die kleine Brucknersche C-dur-Messe wegen der Instrumentalbesetzung, nicht zugänglich ist, eine einfache und doch brucknerisch-andächtige Messekomposition zu bieten. Finden sich doch schon in diesem Werke des 20 jährigen für den Aufmerksamen viele Andeutungen melodischer und rythmischer Einfälle, welche uns in den Symphonien des großen Meisters teils wörtlich gleich, teils in breiter Linie wieder begegnen. Und trotz der einfachen Satzweise ist diese A-cappella-Messe kein Palestrina, kein Orlando - sondern eben ein Bruckner. Es liegt etwas Eigenartiges über dem kleinen Werk: der Mystizismus des späteren Symphonikers, ein Hauch der Gottnähe, ein Aufgeben in die Liturgie, ein Erleben Gottes.



Charles Gounod (1818 - 1893)
Quelle: musiklehre.at

wurde am 17. Juni 1818 in Paris geboren. Er war französischer Opernkomponist der Romantik und und starb am 18. Oktober 1893 in Saint-Cloud (Paris). Nach seiner musikalischen Ausbildung am Konservatorium in Paris und nach einigen fehlgeschlagenen Kompositions-versuchen, gewann er 1939 mit seiner Kantate 'Fernand' den Rompreis und ließ sich für vier Jahre in Rom nieder. Nach einigen Reisen als Dirigent, wo er die Bekanntschaft mit Felix Mendelssohn-Bartholdy machte ließ er sich 1843 in Paris als Organist und Kapellmeister nieder.
Ab 1850 begann er Opern zu komponieren und seine Oper 'Magarethe' nach Goethes 'Faust' wurde ein Erfolg in ganz Europa.

Charles Gounod bekannte "Messe solenelle en L'Honneur de Sainte Cecile" (Cäcilienmesse) ist ein Meisterwerk der sakralen Musik Frankreichs romantischer Prägung, mit der der gläubige Gounod (eigentlich wollte er mal Priester werden) erstmals auf sich aufmerksam machte.



Joseph Haydn (1732 - 1809)
Quelle: Kirchenmusik in Benediktbeuern

war neben Mozart und Beethoven der Hauptvertreter der Wiener Klassik. Er wurde am 31. März 1732 in Rohrau (NÖ) geboren und starb am 31. Mai 1809 in Wien.
Von 1740 bis 1749 war Haydn Chorknabe in St.Stephan und hatte anschließend große finanziellen Schwierigkeiten und mußte sich seinen Lebensunterhalt verdienen indem er zum Tanz aufspielte oder Auftragskompositionen aller Art ausführte. Seinen ersten Erfolg errang er 1751 mit seinem Singspiel 'Der krumme Teufel'. In den folgenden Jahren unterrichtete Haydn Cembalo, bis er 1759 vom Grafen Morzin als Musikdirektor für dessen Privatorchester angestellt wurde. Von 1761 bis 1790 diente Haydn als Kapellmeister beim Fürsten Esterhazy. Ab 1790 lebt Haydn in Wien und widmete sich ausschließlich dem Komponieren.

Missa Brevis in G-Dur, Hob. XXII,6, "Nicolai-Messe"
Die "Missa in honorem Sancti Nicolai" entstand im Jahr 1772, sie war als Überraschung für den Dienstherren gedacht und erklang erstmals an dessen Namenstag am 6. Dezember in der Schloßkapelle von Eisenstadt. Mit dieser Messe dankten die Musiker dem Fürsten für den großzügig gewährten Urlaub, den Haydn im Sommer zuvor mit seiner berühmten "Abschiedssinfonie" in äußerst diplomatischer Weise angemahnt hatte. Der Musikhistoriker H.C. Robbins Landon bemerkt zu dieser Messe, daß sie "in unglaublicher Hast" entstanden sein muß, was dem Autograph anzusehen sein soll. Nichtsdestoweniger ist dies der Musik nicht anzumerken, ganz im Gegenteil verrät diese höchste Meisterschaft. Das "dona nobis pacem" des Agnus Dei greift wieder die Melodie des Kyrie auf. Dieses "Dona ut Kyrie" ist eine in der Kirchenmusik des achtzehnten Jahrhunderts besonders im süddeutschen Raum häufig praktizierte Methode. Ein weiterer Nebeneffekt ist die Verkürzung der Probenarbeit (wenn das Kyrie "sitzt", ist das Agnus kein Problem mehr...), was wegen des für heutige Begriffe unvorstellbaren Umfanges der musikalischen Umrahmung kirchlicher Handlungen in der damaligen Zeit vermutlich zur Verbreitung dieser "Mode" beigetragen hat.



Antonio Vivaldi (1678 - 1741)
Quelle: hinschenfelde.de

war ein berühmter Geiger, Komponist und Kapellmeister in Venedig und Mantua. Er wurde am 4. März 1678 in Venedig geboren und starb am 28. Juli 1741 in Wien. Antonio Vivaldi war der Sohn eines Geigers an der Markus-Kirche in Venedig. Er wurde 1703 zum Priester geweiht und war von 1703-1740 (unterbrochen von vielen Reisen) Dirigent, Violinlehrer, und Hauskomponist am Mädchenkonservatorium Ospedale della Pietà.
Vivaldi schuf den Typ des 3-sätzigen Violinkonzertes (er schrieb über 400 Konzerte von denen Johann Sebastian Bach einige für Klavier umarbeitete, um diese musikalische Form näher kennenzulernen). Vivaldis meist homophone Kompositionen gerieten nach seinem Tod bald in Vergessenheit und wurden erst ca. 1925 wiederentdeckt.

Antonio Vivaldi bestach eigentlich nicht durch schüchterne Bescheidenheit. Als ihn seine Concerti weit über seine Heimatstadt Venedig hinaus bekannt machten, wusste er sehr wohl, seinen sozialen Aufstieg zu feiern. Anders bei geistlichen Werken - da blieb er, der seine Musikkarriere als Lehrer in einem geistlichen Waisenhaus begann, immer befangen. Als Violinvirtuose konnte Vivaldi nicht hoffen, als so genannter Maestro di cappella ernst genommen zu werden. Er komponierte daher geistliche Vokalwerke nur auf speziellen Auftrag. Dass darunter dann auch so Prach-twerke wie sein jetzt neu aufgenommenes "Gloria" waren, geriet nach seinem Tod schnell wieder in Vergessenheit. Das änderte sich entschieden, als man 1920 das Archiv des Komponisten wieder entdeckte und eine unglaubliche Vivaldi-Renaissance einsetzte.



Karl Kempter (1819 – 1871)
Quelle: musica-suevica.de

Karl Kempter wurde am 17. Januar 1819 in Limbach geboren und wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Sein Vater erkannte schon bald die hohe Musikalität seines Sohnes. So gefördert widmete sich Karl Kempter schon früh ausschließlich der Musik und erwies sich als vielversprechendes Talent an der Orgel. Kempter komponierte Messen, Gradualien, und Oratorien. Vor allem der Volksgesang, insbesondere beim Gottesdienst, war Mittelpunkt seines Schaffens. Mit 31 Jahren vollendete er sein bekanntestes Werk, die große Pastoralmesse in G-Dur op. 24. Kempters letzte Jahre sind durchzogen von einem Nervenleiden und einer Lähmung bedingt durch einen Schlaganfall, der ihn 46-jährig ereilt hatte. Ein Unfall mit der Folge einer Gehirnerschütterung verschlimmerte seinen körperlichen und geistigen Verfall noch. Auch die Todesfälle innerhalb der Familie machten ihm schwer zu schaffen. Vereinsamt, körperlich und seelisch ausgezehrt starb Kempter am 12. März 1871. Er wurde auf dem Augsburger Hermannfriedhof beigesetzt.

Vor allem der Volksgesang, insbesondere beim Gottesdienst, war Mittelpunkt seines Schaffens: Musizierbarkeit mit den den Landchören verfügbaren Mitteln und für die ihnen eigene Mentaliät lag ihm am Herzen. Viele Kompositionen, wie etwa der Hymnus „Adoro te“ und die sogenannte „Kleine Pastoralmesse“, konnten, verlegt im Musikverlag Böhm und Sohn, Augsburg, den Weg zu den Kirchenchören überall im Land finden. Mit 31 Jahren vollendete er sein bekanntestes Werk, die große Pastoralmesse in G-Dur op. 24. Die Uraufführung erfolgte im Jahre 1851 im Hohen Dom zu Augsburg.



Franz Xaver Gruber (1787 – 1863)
Quelle: museumonline.at

Aus ärmlichen Verhältnissen stammend erblickte Franz Xaver am 25. November 1787 als Sohn einer Leinweberfamilie in Hochburg in Oberösterreich das Licht der Welt. Wie der Vater sollte auch der Sohn den Beruf eines Webers erlernen. Dem Lehrer gelang es jedoch den Vater davon zu überzeugen, daß sein Sohn sehr begabt ist. So bekam Gruber von diesem Lehrer seine ersten Musikstunden. Nach Vervollkommung seiner musikalischen Ausbildung wurde er im Jahre 1807 zum Lehrer in Arnsdorf bestellt. In Arnsdorf war Gruber bis 1829 als Lehrer und Organist tätig. Nebenbei versah er in der Zeit von 1816 - 1829 den Organistendienst in der Pfarre Oberndorf. Wenn er sich auch schwer von seinem Lehrberuf trennte, so war er doch glücklich in Zukunft nur mehr seiner größten Liebe, der Musik, leben zu dürfen. Nach 28jähriger Tätigkeit starb Gruber am 7. Juni 1863.

Über die Entstehung seiner "Missa in contrapuncto" verfügen wir zZt. leider über keine Informationen.



Joh. Ernst Eberlin (1702 - 1762)

Johann Ernst Eberlin (1702 Jettingen/Deutschland - 1762 Salzburg) kam 1724 nach Salzburg und wurde Lehrer und Freund von Leopold Mozart und Anton C. Adlgasser. Er wirkte als Kapellmeister der Fürst-Erzbischöflichen Kapelle des Sigismund Graf Schrattenbach, dem das vorliegende Musikstück auch zugeeignet ist. Die Arie der Klotildis stammt aus dem szenischen Schuldrama Sigismundus. Diese Art szenischer Schuldramen wurden nicht nur von den Jesuiten, sondern auch Benediktinern verwendet, um ihre Ideale der Erziehung der Jugend vorzustellen.
(E. Stadler)

 



Antonio Diabelli (1781 - 1858)
Quelle: aeiou.iicm.tugraz.at

Diabelli, Antonio, * 6. 9. 1781 Mattsee (Salzburg), † 7. 4. 1858 Wien, Komponist und Musik-verleger in Wien; Schüler von Michael Haydn in Salzburg. Gründete 1818 mit P. Cappi einen Musikverlag, 1824 eine eigene Firma, die bald zu einem Zentrum des Wiener Musiklebens wurde (verlegte unter anderem Werke von Beethoven, war Hauptverleger Schuberts). 1851 verkaufte Diabelli den Verlag. Seine eigenen Kompositionen sind dem Zeitgeschmack verbunden - überlebt hat nur ein Walzer, über den Beethoven die 33 "Diabelli-Variationen" schrieb (Opus 120). Anton Diabelli war ein fruchtbarer Komponist. Er komponierte Messen, Kammermusik, Lieder, Klaviermusik, Gitarrenmusik, Tänze etc..

Im Klavierunterricht werden heute noch seine Sonatinen verwendet, aber auch seine Gitarrenmusik ist noch nicht vollständig in Vergessenheit geraten.
Die bekannteste Messe ist wohl die Pastoralmesse in F-Dur op. 147. Diabelli schrieb sie im Alter von 49 Jahren im November 1830 innerhalb von 24 Tagen.




Marc-Antoine Charpentier (1643 - 1704)
Quelle: Pan Classics/Ambroisie

Die Musik Marc-Antoine Charpentiers ist in erster Linie Medium für den Text, sie verwandelt ihn in Gemütsbewegungen, übersetzt ihn in Bilder. Ihre Aufgabe ist es, die Gemüter der Zuhörer zu bewegen. Bewegen, um zu belehren, dies scheint der verfolgte Zweck des religiösen Werks Charpentiers zu sein: Die Kunst der musikalischen Predigt. Diese symbiotische Beziehung von Religion und Musik ist charakteristisch für das Werk Charpentiers. Dies zeigt sich besonders darin, dass er seinen Mitmenschen als Diener seiner Kunst wahre musikalische Meditationen schenkte: schön und anrührend, in erster Linie jedoch didaktisch und moralisierend.

Fast jeder kennt sie, die schwungvolle Eurovisions-Melodie, die vor gewissen Fernsehsendungen erklingt. Aber kaum jemandem ist das herrliche „Te Deum“ des Hofkomponisten von Ludwig XIV., Marc-Antoine Charpentier, bekannt. Pauken, Trompeten und Oboen wechseln mit eher meditativ-religiös klingenden Chor- und Solopartien ab. Charpentiers Werk ist geprägt von elegantem französischen Stil, den brillanten Wechseln zwischen schallenden Bläsern, orchestrierten Chorpartien und Solosängerpassagen, begleitet von Streichern und Orgel.
Benno Gadient.


Home