Musikalisches Programm       Ausführende

Jubiläumskonzert 2004
Erläuterungen zu den Werken
Pastoral-Messe von Anton Diabelli (1781 – 1858)
Anton Diabelli wurde am 6.September 1781 in Mattsee bei Salzburg geboren. Mit sieben Jahren trat er als Sängerknabe ins Kloster Michaelbeuern ein. 1790 wechselte er ins Kapellhaus von Salzburg, wo Michael Haydn die prägende Lehrerpersönlichkeit Diabellis wurde. Nebst dem Studium am Benediktiner-gymnasium in Salzburg setzte Diabelli die theoretische und praktische Musikausbildung bei Michael Haydn fort.
Mit 19 Jahren trat Diabelli ins Zisterzienserkloster Raitenhaslach ein. Nach der Aufhebung des Klosters 1802 wandte sich Diabelli vom Vorhaben ab, Geistlicher zu werden. Er gründete in Wien einen Musikverlag und unterrichtete als Klavier- und Gitarrenlehrer. Sein pädagogisches Geschick bewies er mit der Kompostition seiner „Melodischen Übungsstücke“ für Klavier und Gitarre. Damit erlangte er grosses Ansehen. Seinen grössten Erfolg feierte Diabelli aber als Verleger. Mehr als 9000 Werke hatte er publiziert, darunter den grössten Teil der Kompositionen von Franz Schubert.
Die Pastoral-Messe, die Diabelli 1830 in nur vier Wochen komponierte, ist sein bedeutendstes kirchenmusikalisches Werk. Diese Hirtenmesse überzeugt durch die „fliessende und liebliche“ Melodieführung. Deshalb erstaunt es nicht, dass sich diese Weihnachtsmesse grosser Beliebtheit erfreut. Diabelli wurde für sein Lebenswerk sogar vom damaligen Kaiser ausgezeichnet. Im Alter von 76 Jahren starb Diabelli am 8.April 1858 in Wien.
Kantate „Salve Regina“ in F–Dur von Leonardo Leo (1694 – 1744)
Leonardo Leo wurde am 5.August 1694 in Brindisi geboren. Als Nachfolger von Alessandro Scarlatti war er Hoforganist und Lehrer am Konservatorium Sant Onofrio, Kalabrien. Leonardo Leo gehört zu den wichtigsten Vertretern der Neapolitanischen Schule auf dem Gebiet der Kirchenmusik.
Salve Regina (Sei gegrüsst, Königin) sind die Anfangsworte des im 11. Jh. von Bischof Aimar verfassten Antiphons zur Ehre Marias. Insbesondere im 18.Jh. entstanden viele mehrstimmige Vertonungen des Gregorianischen Gesanges vom Salve Regina. Leonardo Leo verstarb am 31. Oktober 1744 in Neapel.
Te Deum von Michael Haydn (1737 – 1781)

Michael Haydn wurde am 14. September 1737 in Rohran (Niederösterreich) geboren. Mit seinem älteren Bruder Joseph Haydn besuchte er das Kapellhaus St. Stephan in Wien, wo er in Violine, Klavier, Orgel und Komposition ausgebildet wurde. Seine wichtigste Wirkungsstätte war Salzburg, wo er als Hofmusiker und Konzertmeister beim Erzbischof von Salzburg sowie als Lehrer am Kapellhaus tätig war. Zu seinen Schülern gehörten C.M. v. Weber und Anton Diabelli.
1781, als Nachfolger Mozarts, übernahm Haydn die Domorganistenstelle von Salzburg. Er war mit Mozart zeitlebens eng befreundet.
Haydns Schaffen umfasst vor allem Kirchenmusik (30 Messen und hunderte von kleineren Werken). Das Te Deum ist ein Lobgesang zur Ehre Gottes. Von Michael Haydn gibt es sechs Vertonungen des Te Deum, wobei das zur Aufführung gelangende Werk die grösste und glanzvollste Komposition ist. Michael Haydn, der immer ein wenig im Schatten seines übermächtigen Bruders Joseph stand, starb am 10. August 1806 in Salzburg.

Benno Gadient