| Pastoral-Messe
von Anton Diabelli (1781 – 1858) |
Anton
Diabelli wurde am 6.September 1781 in Mattsee bei Salzburg
geboren. Mit sieben Jahren trat er als Sängerknabe ins Kloster
Michaelbeuern ein. 1790 wechselte er ins Kapellhaus von Salzburg,
wo Michael Haydn die prägende Lehrerpersönlichkeit Diabellis
wurde. Nebst dem Studium am Benediktiner-gymnasium in Salzburg setzte
Diabelli die theoretische und praktische Musikausbildung bei Michael
Haydn fort.
Mit 19 Jahren trat Diabelli ins Zisterzienserkloster Raitenhaslach
ein. Nach der Aufhebung des Klosters 1802 wandte sich Diabelli vom
Vorhaben ab, Geistlicher zu werden. Er gründete in Wien einen
Musikverlag und unterrichtete als Klavier- und Gitarrenlehrer. Sein
pädagogisches Geschick bewies er mit der Kompostition seiner
„Melodischen Übungsstücke“ für Klavier
und Gitarre. Damit erlangte er grosses Ansehen. Seinen grössten
Erfolg feierte Diabelli aber als Verleger. Mehr als 9000 Werke hatte
er publiziert, darunter den grössten Teil der Kompositionen von
Franz Schubert.
Die Pastoral-Messe,
die Diabelli 1830 in nur vier Wochen komponierte, ist sein bedeutendstes
kirchenmusikalisches Werk. Diese Hirtenmesse überzeugt durch
die „fliessende und liebliche“ Melodieführung. Deshalb
erstaunt es nicht, dass sich diese Weihnachtsmesse grosser Beliebtheit
erfreut. Diabelli wurde für sein Lebenswerk sogar vom damaligen
Kaiser ausgezeichnet. Im Alter von 76 Jahren starb Diabelli am 8.April
1858 in Wien. |
| Kantate
„Salve Regina“ in F–Dur von Leonardo Leo
(1694 – 1744) |
Leonardo
Leo wurde am 5.August 1694 in Brindisi geboren. Als Nachfolger von
Alessandro Scarlatti war er Hoforganist und Lehrer am Konservatorium
Sant Onofrio, Kalabrien. Leonardo Leo gehört zu den wichtigsten
Vertretern der Neapolitanischen Schule auf dem Gebiet der Kirchenmusik.
Salve Regina (Sei gegrüsst, Königin) sind die Anfangsworte
des im 11. Jh. von Bischof Aimar verfassten Antiphons zur Ehre Marias.
Insbesondere im 18.Jh. entstanden viele mehrstimmige Vertonungen des
Gregorianischen Gesanges vom Salve Regina. Leonardo Leo verstarb am
31. Oktober 1744 in Neapel. |
| Te
Deum von Michael Haydn (1737 – 1781) |
Michael
Haydn wurde am 14. September 1737 in Rohran (Niederösterreich)
geboren. Mit seinem älteren Bruder Joseph Haydn besuchte er
das Kapellhaus St. Stephan in Wien, wo er in Violine, Klavier, Orgel
und Komposition ausgebildet wurde. Seine wichtigste Wirkungsstätte
war Salzburg, wo er als Hofmusiker und Konzertmeister beim Erzbischof
von Salzburg sowie als Lehrer am Kapellhaus tätig war. Zu seinen
Schülern gehörten C.M. v. Weber und Anton Diabelli.
1781, als Nachfolger Mozarts, übernahm Haydn die Domorganistenstelle
von Salzburg. Er war mit Mozart zeitlebens eng befreundet.
Haydns Schaffen umfasst vor allem Kirchenmusik (30 Messen und hunderte
von kleineren Werken). Das Te Deum ist ein Lobgesang zur Ehre Gottes.
Von Michael Haydn gibt es sechs Vertonungen des Te Deum, wobei das
zur Aufführung gelangende Werk die grösste und glanzvollste
Komposition ist. Michael Haydn, der immer ein wenig im Schatten
seines übermächtigen Bruders Joseph stand, starb am 10.
August 1806 in Salzburg.
Benno Gadient |
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