Geschichte des Chors

Am 14. September 2003 feiert der Kirchenchor Berikon sein 125- jähriges Jubiläum.
Offiziell wurde der Chor also 1878 gegründet - das älteste Protokollbuch beinhaltet ein "amtlich bestätigtes Mitgliederverzeichnis". Nach mündlicher Überlieferung und einzelnen Protokollauszügen existiert der Chor aber schon viel länger. Vermutlich hat schon vor dem Bau der Pfarrkirche (1862) ein Kirchenchor existiert. Wenn dies auch noch kein Chor im eigentliche Sinn war, so zeigt das folgende Dokument, dass es bereits 1847 zumindest "Kirchsänger" gegeben hat, die sich im Restaurant Kreuz verköstigt haben.

grosses Bild 1847

Ein Dokument vom Januar 1853 bezeugt, dass die Kirchsänger für ihren musikalischen Dienst auch belohnt wurden.
grosses Bild 1853

Aus Margrith Keller's Chronik

Das älteste noch erhaltene Protokollbuch stammt aus dem Jahre 1909.
Hier das Protokoll der GV vom 10. Januar 1909

grosses Bild GV 1909

Historisches Photo des Kirchenchores Berikon von 1894

grosses Bild Kirchenchor 1894

1912 bis 1918

die Protokolle sind sehr trocken und nüchtern gehalten. Es sind meistens nur Diskussionen betreff Ein- und Austrittsgelder, sowie Bezahlen oder Nichtbezahlen von Bussen (für fehlende Proben und Anlässe). Da in jenen Jahren die Besoldung sehr bescheiden war, spielte dies offenbar eine grosse Rolle. Dazu kam noch der erste Weltkrieg, der mit seinen Folgen bestimmt auch die Vereinstätigkeit prägte.

1918

Eine Zurechtweisung hat man offenbar auch früher schon nur ungern ertragen. So gaben zwei Schwestern spontan schriftlich den Austritt, als sich der Dirigent sicher mit Recht erlaubte, die eine Sängerin vom Sopran in den Alt zu versetzen.

1919

An der Generalversammlung vom 5. Januar wurde unter "Verschiedenes" die Unstimmigkeit im Verein kritisiert, was doch gar nicht am Platze sei für einen Kirchenchor. Speziell die Damen wurden vom Präses gebeten, sich in dieser Hinsicht zu bessern und sich den Vers in Erinnerung behalten "Reden ist Silber - Schweigen ist Gold"!

1920

Da auf der Empore für die Sänger zu wenig Sitzgelegenheit vorhanden war, schenkte der Präses, Herr Pfarrer Conrad, den Verein auf Weihnachten 15 Klappstühle. Aus Dankbarkeit beschloss der Chor, sich zu revanchieren und schenkte dem Präses ein Gemälde des hl. Thomas von Aquin.

1935

Für die Kirchenchöre galten einst strengere Vorschriften als heute. So war den Sängern die Teilnahme an Samstag-Abend Anlässen strengstens untersagt, auch wünschte der Bischof nur eine Tagesreise, oder während der Woche, aber nicht Samstag/ Sonntag. So einigte sich der Chor für die Reise 1935 an den Ritomsee für Sonntag und Montag, den 14./15. Juli. Lesen Sie einen Ausschnitt aus dem Reisebericht.

1946

Mauritiusfest am 22. September. Installationsfeier von H. H. Pfarrer Josef Notter, bisher Kaplan in Rohrdorf. Nur drei Jahre war Herr Pfarrer Meyer unser Seelsorger, dann zog es ihn wieder ins Baselbiet. - Eine festliche Stunde gestaltet von den Ortsvereinen, hiess den neuen Hirten herzlich willkommen und bei der Amtseinsegnung durch H.H. Dekan Hauser umrahmte der Kirchenchor die Feier mit entsprechenden Liedern und anschliessend beim gemütlichen Teil erfreute er durch gesangliche Einlagen. Herr Stadtpfarrer Richard Bopp von Mellingen amtete mit gesundem Mutterwitz als Tafelmajor.

1955

GV vom 13. Februar im Rest. Stalden. Entscheidende Veränderungen in Führung und Bestand des Chores prägten diese GV: sämtliche Mitglieder von Rudolfstetten gaben den Austritt. Begründung: in absehbarer Zeit zu einer selbständigen Pastoration kommen. Zusätzlich der stetig wachsende Strassenverkehr auf der Mutschellenstrasse, der für die Fussgänger beschwerlich und gefährlich wird. Jakob Stutz ..... trat ebenfalls von seinem Posten zurück und übergab den Taktstock dem langjährigen Vorgänger, Herrn Otto Hüsser. Zum neuen Präsidenten wurde Emil Koller erkoren und als Ersatz für die scheidenden Rudolfstetter wurden 10 neue Sängerinnen und Sänger aus Berikon aufgenommen.

1974 / 1975

GV vom 18. Januar 1974 im Waldhaus. ..... Am 31. Oktober 1973 hatte unser langjähriger Dirigent Bernhard Koller endgültig seine Demission eingereicht. Sind wir ganz ehrlich, der schlampige und spärliche Probenbesuch war mitbestimmend für diesen Entscheid. Als Dank für seine beinahe 20- jährige Direktion wurde ihm von der GV die Ehrenmitgliedschaft geschenkt, und als Andenken eine signierte Walliserkanne. In Dr. Eugen Brem, der schon in früheren Zeiten den Chor aushilfsweise geleitet hatte, fanden wir vorübergehend einen tüchtigen Dirigenten. Frau Rita Meier und Frau Wertli, Bremgarten, blieben als Hilfsorganistinnen.

Nach einer unglücklich gewählten Direktion konnte zur Freude aller Cäcilianer, einschliesslich des Herrn Präses, aber auch zur notwendigen moralischen Aufwertung des Chores am 26. März 1975 unser bewährter, ehemaliger Dirigent, Bernhard Koller, wieder gewonnen werden. Ein "Vergelts' Gott" gelte ihn für alle Zeiten. Der Dirigent seinerseits wünschte eindringlich, dass die Chormitglieder den nötigen Ernst zur Liturgie mitbringen.

1978

Pressestimmen zum 100- jährigen Jubiläum

 

grosses Bild Pressestimmen  zum 100- jährigen Jubiläum

1978

Photo des Kirchenchores Berikon von 1978

grosses Bild Chor 1978

2003

Photo des Kirchenchores Berikon von 2003

grosses Bild Chor 2003

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